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FRC ergreift Notmassnahmen
Bergrennen Oberhallau
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Was folgt, ist das Aus für Schweizer Rundstreckenrennen. Einerseits sind die Kosten für die Veranstalter (und damit auch für die Konkurrenten) kaum mehr zu bewältigen. Andererseits orientieren sich die Fahrer zunehmend an ausländischen Mitbewerbern und damit auch an ausländischen Veranstaltern. Dies musste zuletzt der Formel Rennsport Club der Schweiz (FRC) an seinem traditionellen Goldpokalrennen in Hockenheim mit einem schmerzlichen Defizit erfahren.

Und dann sind da noch immer offene Mehrwertsteuer-Forderungen. Über viele Jahre hatten sich die sich die betroffenen Vereine erfolglos gegen ihre Mehrwertsteuerpflicht durch alle Instanzen gewehrt. Vorsorglich hatten weitsichtige Vorstände schon frühzeitig begonnen, Rücklagen zu bilden, um ein zu erwartendes finanzielles Fiasko abwenden zu können. Weniger kluge Nachfolger griffen jedoch auf diese zweckbestimmten Gelder zurück, um sich auftuende Finanzlöcher zu stopfen. Der stolze und damals grösste der betroffenen Vereine, der stark auf Rundrennen fixierte Schweizer Autorennsport Club (SAR), ist inzwischen Geschichte. Und über dem FRC hängt weiterhin das Damoklesschwert einer über die Jahre aufgerechneten Mehrwertsteuer-Nachforderung im oberen fünfstelligen Bereich.

Es wundert daher nicht, wenn der FRC-Vorstand an der kommenden Mitgliederversammlung das Ende des Goldpokals verkünden wird. Dafür aber einzig die Vereinsführung verantwortlich zu machen, wäre zu kurz gegriffen. Jahresrechnung und Budget wurden Jahr für Jahr von den Mitgliedern brav durchgewunken und damit wurde auch der verantwortungslose Griff in die „Mehrwertsteuer-Sparbüchse“, nachgerade sanktioniert. Klar, das waren die wenigen Mitglieder, die an den jährlichen Versammlungen teilgenommen hatten. Mindestens die gleiche Mitschuld trifft indes all jene Mitglieder, die der Jahresversammlung konsequent fernblieben. Und soweit mir bekannt ist, wurde von der Mitgliederversammlung, dem obersten Organ des Vereins also, dem Vorstand nie der Auftrag erteilt, mittel- bis langfristige Massnahmen zu formulieren, mögliche Perspektiven aufzuzeigen und dennoch haushälterisch mit dem Vereinsvermögen umzugehen.

Allein, aber sehr gründlich vergeigt hatte sich der Vorstand mit seinen überheblichen bis frechen Auftritten schon vor einigen Jahren das FRC-Paraderennen an Berg von Oberhallau. Heute beweist der ortsansässige Verein Pro Bergrennen Oberhallau mit nationaler und regionaler Unterstützung, dass es nicht nur besser, sondern auch wesentlich erfolgreicher geht. Und nach vielen Jahren Unterbruch startet in diesem Jahr erstmals wieder eine einst ebenfalls einst stolze Vorzeigeveranstaltung des FRC: das Bergrennen Hemmberg. Hier engagieren sich Ortsansässige in einem eigens dazu gegründeten Verein und mit fachmännischer Unterstützung durch die ACS-Sektion Thurgau. Währenddessen wirf der SAR gar keinen Schatten mehr und der einst mit weit über 1000 Mitgliedern zweitgrösste Autorennsportklub des Landes, der FRC, ist höchstens noch ein Schatten seiner selbst. Wie lange noch?